Stanzen rund für Schweizer KMU
Stanzen rund (Rundstanzen) ist ein etabliertes Fertigungsverfahren zur wirtschaftlichen Herstellung runder Konturen – von Scheiben und Ringen bis zu Kontaktteilen, Isolations- und Dichtungselementen. Für Schweizer KMU in Industrie, Maschinen-/Gerätebau, Elektrotechnik und Verbindungstechnologie ist Rundstanzen besonders relevant, weil es kurze Taktzeiten, hohe Wiederholgenauigkeit und robuste Prozessfähigkeit in der Serienfertigung ermöglicht.
Verfahren und Technik des Rundstanzens
Beim Rundstanzen trennt ein Stempel das Material gegen eine Matrize (Schneidspalt). Die Schnittqualität hängt wesentlich von Schneidspalt, Werkzeuggeometrie, Pressensteifigkeit, Materialzustand sowie Werkzeugstandzeit ab. Je nach Bedarf werden Einzeloperationen oder Folgeverbundprozesse eingesetzt, bei denen mehrere Schritte in einem Bandprozess präzise kombiniert werden.
- Schneidspalt und Werkzeuggeometrie: Einfluss auf Grat, Einzug und Kantenbild
- Pressensteifigkeit und Führung: Einfluss auf Rundheit und Lagegenauigkeit
- Materialzustand: Dicke, Härte, Oberflächen, Beschichtungen
- Werkzeugverschleiss und Standzeit: Einfluss auf Reproduzierbarkeit
Toleranzen, Präzision und Qualität
Bei runden Stanzteilen sind Durchmesser- und Rundheitstoleranzen, Kantenqualität (Grat, Einzug, Ausrisse), Lagegenauigkeit sowie die Reproduzierbarkeit über Werkzeugstandzeiten zentrale Qualitätskriterien. Präzise Werkzeugführung und definierte Prüfprozesse (z. B. Erstmuster, Stichproben, Messprotokolle) unterstützen eine stabile Serienqualität.
- Durchmesser- und Rundheitstoleranzen: beeinflusst durch Führung, Pressensteifigkeit und Materialverhalten
- Kantenqualität: abhängig von Schneidspalt, Werkzeugzustand und Material
- Lagegenauigkeit: relevant bei mehrstufigen Werkzeugen und Folgeverbund
- Standzeit und Nachschliff: entscheidend für konstante Ergebnisse über Lose
Serienfertigung vs. Einzelteile
Einzelteile und Kleinserien sind sinnvoll bei Variantenvielfalt, Prototypen oder häufigen Änderungen. Serienfertigung lohnt sich bei stabilen Geometrien und höheren Losgrössen: höhere Werkzeugbindung, dafür niedrige Stückkosten und konstante Qualität. Häufig bewährt sich ein skalierbares Vorgehen: Kleinserie zur Validierung, danach Überführung in Serie mit optimiertem Werkzeugkonzept.
- Einzelteile/Kleinserien: flexibel, geringere Werkzeugbindung, höhere Stückkosten
- Serienfertigung: wirtschaftlich bei Menge, stabiler Prozess, hohe Wiederholgenauigkeit
- Folgeverbund: hohe Ausbringung bei gleichbleibender Prozessführung