Schweisstechnik für regulierte Branchen in der Schweiz
Schweisstechnik ist in regulierten Branchen ein sicherheitsrelevanter Kernprozess. Neben dem gewählten Verfahren müssen Qualifikation, Normenkonformität und Qualitätssicherung lückenlos nachweisbar sein. Dies betrifft insbesondere Anwendungen in Vergnügungsparkanlagen, Schienenfahrzeugen, Seilbahnbau, Kran- und Fahrzeugbau, Aufzugstechnik, Anlagen- und Maschinenbau, Pharma-Umfeld sowie im Druckbehälterbau.
Ein schlüssiges schweisstechnisches Gesamtkonzept verbindet geeignete Verfahren, normgerechte Prozesse, dokumentierte Prüfungen und qualifiziertes Personal.
Schweissverfahren: Auswahl nach Bauteil und Anforderung
MIG/MAG (131/135) wird häufig für tragende Stahl- und Aluminiumkonstruktionen eingesetzt, wenn Produktivität und reproduzierbare Nahtqualität gefordert sind.
TIG/WIG (141) eignet sich für präzise Schweissnähte mit hohen Anforderungen an Einbrand, Oberflächenqualität und Dichtheit.
Laserschweissen ermöglicht geringe Wärmeeinbringung und hohe Nahtgeschwindigkeit, erfordert jedoch erhöhte Anforderungen an Arbeitssicherheit und Anlagenüberwachung.
Normen und Qualitätssicherung
- ISO 3834 – Qualitätsanforderungen an das Schmelzschweissen
- EN 1090 – Tragende Bauteile aus Stahl und Aluminium
- EN 15085 – Schweissen von Schienenfahrzeugen
- SN EN ISO 9606 – Schweisserqualifikation
- EN ISO 14731 – Schweissaufsicht und Koordination
Die Qualitätssicherung umfasst qualifizierte Verfahren, Rückverfolgbarkeit, Prüfungen und eine auditfähige Dokumentation.
Materialien, Anwendungen und Automation
Zum Einsatz kommen Stähle, Edelstahl und Aluminium in Anwendungen wie Seilbahnbau, Schienenfahrzeuge, Lastaufnahmemittel, Anlagen- und Druckbehälterbau.
Automatisierte Schweissprozesse erhöhen die Prozessstabilität und unterstützen den normgerechten Nachweis in regulierten Branchen.
Ausbildung und Arbeitssicherheit
Qualifiziertes Personal, formale Nachweise und konsequente Arbeitssicherheit sind integraler Bestandteil der Schweisstechnik in der Schweiz.